Dienstag, 8. Juni 2010

Superstau…

Einige von Euch wissen ja, das ich fast täglich über die A1 zur Arbeit fahre… und das diese Autobahn A1 hier bei Bremen fast eine riesige Baustelle ist… Da einige Teile der Strecke schon fertig sind, gibt es zum Glück nicht mehr so viele Staus und Unfälle… Aber am 03.06.2010 war es mal wieder soweit, das irgendwelche dümmlichen Blödmänner im tiefen Schlaf gesunken sind. Aber ich fange am besten am Anfang an…

 

Es gibt Dinge zu bestimmten Zeiten, die man da eigentlich überhaupt nicht gebrauchen kann. Wie zum Beispiel eine längere Sitzung auf dem stillsten Ort aller Orte abhalten zu müssen, obwohl die Uhr einem schon lange zeigt, das es Zeit ist, zur Arbeit zu fahren. Aber was soll man schon machen… Also schnellstens einen abseilen und dann auf zur Arbeit. Und eigentlich lag ich auch noch gut in der Zeit… Und es gab weit und breit nix von einem Stau zu sehen… Doch auf der Autobahn 2 bis 3 Kilometer vor meiner Ausfahrt blinkten die Blinker des vorrausfahrenden LKWs auf und er bremste ab… Ich wechselte kurz auf die linkste Spur der beiden Fahrspuren und konnte noch einige Meter vorwärts kommen, bis auch ich unweigerlich anhalten musste.

 

Im nächsten Moment stiegen die Leute bereits aus den Fahrzeugen aus und standen auf dem dunklen Asphalt. Die heiße Sonne brannte mir jetzt schon ziemlich auf mein schwarz lackiertes Fortbewegungsmittel. Ich zückte schnell mein Handy und rief in meiner Firma an, und meldete, das ich mitten im Stau stehen würde und es kein vorwärts kommen gäbe. Über den SMS-Service gab ich meiner Frau auch noch kurzerhand Auskunft über meine Lage. Einige Rückantworten beiderseits später entschied ich mich meine Beine zu vertreten und stieg aus dem Micra aus.

 

Es waren schon jetzt die längsten 2 Stunden die ich je verbracht hatte. Die Leute saßen auf der Mittelleitplanke und quatschten teilweise miteinander. Die grell leuchtende Sonne heizte noch immer den mittlerweile 25 Kilometer langen Stau auf. Die Autobahn wurde voll gesperrt und keiner konnte weiterfahren. Ich warf einen Blick auf den Standstreifen… Da waren viele Leute, die zu Fuß auf Wanderschaft gingen. Ich fand dort einen kühlen Schattenplatz und setzte mich auf die Planke. Kurze Zeit später lief ein älterer Mann in meine nächste Nähe und begann zu erzählen…

 

Er sei ein nicht arbeitender Rentner… Und er wollte nur in den Urlaub fahren um mit dem Fahrrad radzufahren… Wäre er nur nicht heut morgen Arbeiten gegangen… Hää? Ich fragte nicht, warum ein nicht mehr arbeitender Rentner zur Arbeit geht und meinte nur, ich sei auch spät dran gewesen… Ich fing an zu überlegen, wo nun der stillste Ort ist… Er erzählte mir noch von seiner Frau, gewissen Aktivitäten, welchen man sonst eben auf dem doch stillsten Ort abhält und von verschiedenen Möglichkeiten Rückstau und Stau generell zu vermeiden.

 

Dann ging er ein Bein vor das andere setzend durch die im Stau stehenden Fahrzeuge und setzte sich in sein eigenes. Das stand im übrigen genau hinter mir… Seine Frau bewegte sich noch übrigenser gar nicht vom Beifahrersitz und blieb sitzen. Ich schaute auf die Uhr… 18 Uhr 30… In einer halben Stunde war es 19 Uhr… Ich dachte so bei mir, das ist doch alles nur ein böser Traum. Ich stand seit 4 Stunden im Stau. Durch andere Passanten, Verkehrsmeldungen im Radio und den funkenden Funkern in einem LKW wusste man auch ungefähr was passiert ist.

 

4 LKWs sind ineinander gefahren. Ein schwerer 40 Tonnen LKW schob 2 kleinere Fahrzeuge auf einen 30 Tonnen LKW… Der 40tonner Fahrer hatte den vorrausfahrenden Verkehr nicht ausreichend im Auge und rammte somit den nächsten LKW.

 

Und plötzlich, wie aus heiteren, sonnigen Himmel, löste sich der Stau auf. Noch einmal schaute ich auf das grüne Gras im Mittelstreifen… Jemand warf eine brennende Zigarette dort hin. Ich hoffte nur, das es nicht Feuer fangen würde. Dann ging es los… 2 Fahrzeuge standen angewurzelt noch immer auf der Strecke. Die Fahrer rannten zu den beiden Fahrzeugen hin. Aber da war ich schon vorbei gefahren. Noch einmal stockte es kurz. Die Ausfahrt endlich erreicht, fuhr ich zur Arbeit weiter. Ich schaute auf die Uhr… Zur Pause würde ich es noch schaffen, dachte ich.

 

Und so war es dann auch. 15 Minuten vor 19 Uhr traf ich in der Firma ein. Nach einigen wortreichen Kommentaren meiner Kollegen schaute ich mir die auf dem Arbeitsplatz liegende Arbeit an und machte dann erst einmal kurz Pause. Nichtstun und warten kann sehr anstrengend sein…

 

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Anmerkung:
Ich habe versucht in dieser Erzählung einer wahren Gegebenheit die aktuelle  Hausaufgabe von JayNightwinds Spiel "Rhetorische Hausaufgabe" mit einzubauen. Ob es gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich von der Materie eher weniger Ahnung hab als der “Lehrer” und andere seiner “Schüler” selbst… Mir ist es doch etwas schwer gefallen, passende Pleonasmen zu finden…

Kommentare:

  1. Danke für die Teilnahme an meiner rhetorischen Hausaufgabe. Dein Text ist nicht mit Pleonasmen überladen, aber sie sind vorhanden. Gefällt. Punkte gibt es am 14ten. ;)

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  2. Als ich die Aufgabe gelesen hatte, stellte ich mir das noch gar nicht so schwer vor... Aber dann hatte ich doch Probleme, zum Text passende Pleonasmen zu finden... Hätte gern mehr eingebaut... ^^

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  3. Uah, Beileid! Ich stand auch mal 3 Stunden wegen Vollsperrung. Das ist sowas von ätzend!

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  4. @Christina: Naja... Blöd wärs auch vorne... nur vielleicht nicht so langweilig... :-)

    @Piano: Danke! Ein paar Tage später war die Strecke wieder voll zu... Reisebus einmal und ein paar Stunden später ein LKW mal wieder der sein Fahrzeug unbedingt auf die Seite legen wollte...

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Danke für die Gabe!