Sonntag, 21. August 2011

Mein Diabetes… Teil 1

Ich versuche Euch mal ein paar Ausschnitte aus dem Leben mit meinem Diabetes zu zeigen. Ich schreibe bewusst MEINEM Diabetes, weil eben jeder Diabetes anders ist. Das was ich hier schreibe trifft auf mich zu. Muss aber nicht auf irgendeinen anderen zutreffen. Jeder Krankheitsverlauf ist anders. Jeder Körper ist anders und reagiert deswegen auch anders auf Insulin, Fette, Kohlenhydrate und Bewegung.

Ich denke erst mal grob, was ich machen muss, damit ich weiterleben darf. Denn wenn ich das alles weglassen würde, wäre ich wohl so in ein paar Wochen am Ende und würde nicht mehr aufwachen. Oder gar in ein Koma fallen und dann weg sein.

Grundsätzlich wird bei Diabetes in irgendeiner Art und Weise die Funktion der Bauchspeicheldrüse gestört. Hauptsächlich in der Funktion der Insulin produzierenden Zellen. Bei meinem Typ, Diabetes Typ 1, zerstört der Körper diese Zellen selbst. Es gibt in mir Antikörper, welche genau diese Zellen angreifen. Oft haben Typ 1 Patienten dann auch gleich noch Antikörper, welche die Schilddrüse mit zerstören. Ich hab das “Glück” diese auch zu besitzen.

Da also die Insulin Produktion komplett lahmgelegt wird bei mir, muss ich das Zeug irgendwie selbst hinzufügen. Die gängigste Art ist Spritzen. Das Insulin ist ja dafür da, das der Zucker, also die Energie, in die Zellen kommt. Ohne Insulin schwappt das ganze Zeug nur im Blutkreislauf herum. Und eine zu hohe Konzentration greift die Adern an und kann diese schädigen. Kleine feine Adern sind als erstes betroffen. Also z.B. In den Füßen oder in den Augen.

Da der Körper aber auch so eine gewisse Insulinzufuhr außerhalb der Mahlzeiten braucht, habe ich 2 verschiedene Insuline. Eines nennt sich Langzeit-Insulin. Ist halt das, was über den ganzen Tag verteilt wirken soll. Das andere wirkt um die 3 bis 5 Stunden und wird direkt vor oder nach oder manchmal auch während der Mahlzeit gespritzt.

So, also ich habe 2 Insuline. Spritze einmal Abends um 19 Uhr das Langzeit in den Oberschenkel. Das andere zu den Mahlzeiten in den Bauch. Meine Nadeln sind 6 Millimeter lang und haben einen Durchmesser von 0,25 Millimeter. Bei 2 bis 3 Mahlzeiten spritze ich also mindestens 3 bis 4 mal pro Tag Insulin. Dazu kommen die Blutzuckermessungen am Finger. 3 bis 5 mal. Es gibt Tage, an denen ich nur 2 mal Messe… Und nur eine Mahlzeit zu mir nehme. Und es gibt Tage, an denen klappt nix. Dann messe ich auch mal 12 mal und spritze 6 mal…

So, das nur erst mal, damit man einen kleinen Vorgeschmack bekommt. Das tolle mit berechnen, wiegen, Unter- und Überzuckerung kommt dann nächstes Mal… Wenn ihr Fragen haben solltet, fragt ruhig. Wie schon in den Kommentaren zum vorherigen Post gesagt, zu diesem Thema bin ich so offen wie ein Buch… Oder wie das heißt… Zwinkerndes Smiley

Kommentare:

  1. Ich bin echt froh, das ich den Mist nicht habe und bedaure alle, die mit dieser Last leben müssen. Aber die Wissenschaft schläft nicht! Vielleicht wird ja in ein paar Jahren das Ultimative Medikament für diese Krankheit gefunden. Die Hoffnung stirbt zuletzt. ;)

    AntwortenLöschen
  2. Aua, das hört sich schmerzhaft an...tut mir leid, dass du das hast. Auf der anderen Seite gibt es ja noch schlimmere Sachen und du scheinst dich damit gut arrangiert zu haben.

    AntwortenLöschen
  3. @Imperator: Stimmt schon... die Medizin entwickelt laufend weiter... Allerdings kommt es mir so vor, als ob hauptsächlich nur Messgeräte und anderes Zubehör entwickelt wird. Klar, hilft auch. Aber Heilung? Da liesst man kaum was... Naja... ist ja auch nicht grad einfach ein paar der eigenen Antikörper einfach so abzuschalten... ;-)

    @Piano: Schlimmeres gibt es immer. Das stimmt. Gut damit arrangiert? Naja... ich muss ja irgendwie... ;-) Und das schmerzhafte... Das kommt erst noch... ^^

    AntwortenLöschen

Danke für die Gabe!