Samstag, 1. September 2012

Ein besserer Ort…

… ist es nun hoffentlich für Richard…

Er hat viel durchmachen müssen im Leben… Man hat ihn zurückgelassen und mit Krankheiten überhäuft… Der Krebs hat ihn geschwächt, aber er besiegte ihn! Zuletzt konnte seine Lunge nicht mehr… Und alles ging ziemlich schnell… Innerhalb einer Woche wurde auch ihm klar, das es nicht mehr gehen würde, und nur noch ein frage der Zeit war, wann er ins Licht treten müsse…

Seine Tochter kam mit Familie aus dem Urlaub in Italien… Wir beide hier, und seine Ehefrau, meine Mutter… Wir waren in den letzten Tagen so gut es ging immer bei ihm… Sein Körper wollte nicht gehen… Sein Geist wollte schon 2 Tage vorher… Er durfte schlafen… viel schlafen… und konnte am 30.07.2012 in ruhe ganz eingeschlafen…

 

Und obwohl wir uns damit 2 Tage lang auseinander gesetzt haben, war es wie ein Schock! Wir besuchten ihn im Krankenhaus und ein paar Tage später beim Bestatter ein letztes mal, bevor er seine warme Reise begann…

Wir haben uns dann in den nicht ausbleiben wollenden Papierkrieg gestürzt… und ich habe versucht alles mögliche meiner Mutter abzunehmen… Mittlerweile kommt nur noch sporadisch Post…

Ich mache mir große Sorgen um meine Mutter… Ich verstehe es, wie es ihr geht… Verstehe, wenn sie nicht viel essen mag… oder nicht raus möchte… oder die ganze Wohnung aufräumt… Verstehe die Ängste wegen dem Erbe und dem ganzen Renten Kram… (Vor allem, wenn einem eine anscheinend bekiffte Beraterin vollgelabert hat)…

Die sorgen sind trotzdem da… Wir wollen ihr gerne helfen… ihr Trost spenden und für sie da sein. Manchmal klappt es ein klein wenig… manchmal nicht… Vielleicht können wir ihr heute die Gedanken ein wenig abschweifen lassen beim kleinen Einkaufsbummel…

Mama, wenn Du uns brauchst, wir sind rund um die Uhr für Dich da! Ruf an, und ein paar Minuten später sind wir da…

Dein Sohn und Deine Schwiegertochter

Kommentare:

  1. Es ist echt schwer zu helfen, wenn Hilfe kaum angenommen wird. Trotzdem kenne ich ja selber Situationen, wo ich weiss und die Erfahrung selbst gemacht habe, dass man manchmal einfach Hilfe ablehnt, nicht annehmen kann, einen alles nur noch nervt, es ist alles schlimm man kann und will nicht mehr aber irgendwie macht man eben weiter. Jeder geht anders mit sowas um, die einen stellen den ganzen Haushalt mehrmals auf den Kopf und räumen um als Ablenkung, wiederum andere fressen es still in sich hinein, sind plötzlich sehr distanziert, oder teilweise auch Gefühlskalt und seltsam drauf (verständlicherweise) wiederum andere kommen nur damit klar indem sie versuchen es zu verdrängen, teils zu überspielen, und krampfhaft eine "Normalität" herbeizuspielen, (weil man das Traurige nicht gut aushalten kann) fröhlich zu tun, Witze zu reissen ect. (aber im Inneren siehts oft anders aus) und es gibt noch etliche andere Varianten. So ist jeder Mensch anders, jeder geht anders mit Trauer um. Jeder versucht auf seine Weise irgendwie klar zu kommen. Trotzallem, egal wie man es versucht, hat man immer wieder diese Bilder im Kopf, wie schnell das ging wie das alles war und passierte, gewisse einschneidende Momente gehen einem immer wieder mal durch den Kopf wie eine endlos laufende Videokasette, und immer wieder kommen Fragen auf, hat man alles richtig gemacht? Hat man irgendwo falsch reagiert? Hat er noch gelitten ja oder nein? Haben die Ärzte alles richtig gemacht? Warum hat man bei der einen oder anderen Situation wo man hinterher drüber nachdenkt, so ein unsicheres Gefühl? Ect. ect. Es gibt ja diesen blöden allerwelts-Spruch: Das Leben geht weiter. Ja klar tut es das, aber es ist trotzdem irgendwie nichts mehr so wie es vorher war, egal wie sehr man das zu verdrängen versucht, egal wie oft man heimlich weint wenn es keiner sieht, egal wie oft man wieder blöde Träume hat weil es einen verfolgt, egal wie man es auch versucht damit klar zu kommen. Es sitzt in einem drin. Es ist da.... das grosse schwarze Loch, welches der Tod im Leben der anderen gerissen hat, durch den Verlust eines geliebten Menschen. Ich versuche mich oft mit den guten und schönen Erinnerungen die ich an ihn habe zu trösten, was leider die Folge davon ist? Man kriegt wieder das heulen. Mir passiert sowas meist wenn ich alleine bin. Wenn jemand um mich herum ist schaffe ich es, das Gesicht zu wahren, bin abgelenkt. Aber Mama ist ganz allein, und mehr als Gesellschaft anbieten wenn sie es möchte kann man nicht, mehr als Hilfe anbieten kann man nicht, man kann so alles versuchen aber wenn es dann nicht angenommen wird, ich kann nicht jemanden zwingen oder über seinen Kopf hinweg entscheiden was geht. Man kann lediglich sich immer nur wieder bemühen, zu reden DASS etwas angenommen wird. Und eben da sein Tag und Nacht. Und das tun wir ja beide. In Gedenken an Richard..... irgendwann werden wir wieder alle zusammen sein an einem Ort wo es keine Sorgen und Krankheiten mehr gibt. Die Schwiegertochter.

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  2. Worte können euren Schmerz nur schwerlich lindern, vor allem wenn sie von Fremden kommen.
    Trotzdem ... Mein herzliches Beileid!

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  3. @Stillgelegt: Weisst ja, wie ich versuche damit umzugehen... Ich hoffe nur, das er es nun besser hat... Und wegen meiner Mutter... Das was ich geben kann, gebe ich... nur bevor ich ganz kaputt gehe, stoppe ich, damit nicht noch mehr ganz unten sind... auch wenn es in dem Moment dann blöd ist...

    @Imperator: Vielen Dank! Worte können auch von "Fremden" was gutes tun... Nämlich vermitteln, das man verstanden wird und das man die Situation versteht... Es gab auch einige während der ganzen telefoniererei mit Behörden und Versicherungen die noch Späßchen und ähnliches gemacht haben... Naja, dafür hat der eine Versicherungsaffe nun halt einen Kunden weniger! ;-)

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  4. In solchen Situationen fehlen mir oft die richtigen Worte. Darum nur: Mein aufrichtiges Beileid. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie viel Kraft...

    Liebe Grüße

    Anna

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  5. Und der Schmerz bleibt. Meine Mutter ist jetzt 20 Jahre nicht mehr bei uns, und immer noch tut es weh. Nimm ihn an, den Schmerz, wenn er kommt. Dann nämlich ist man den Verstorbenen ganz nah. Ich denke an Dich!

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  6. @L'abeille: Vielen Dank! Mir geht es oft ähnlich, weil man ja eh kaum was gegen den Schmerz, den die Person erleidet tun kann. Man kann nur zeigen, das es einem Leid tut... Das zu lesen tut aber auch schon gut! :-)

    @chat noir: Vielen Dank! Bei dem ganzen was nun passiert ist, hab ich eigentlich ein wenig Angst, wie es mir ergehen wird, wenn einer meiner leiblichen Eltern gehen muß... Er wahr "nur" mein Stievvater und wir kannten uns nur ein paar Jahre... Und trotzdem zieht es einem sehr runter... Ich danke Dir für die Worte! :-)

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Danke für die Gabe!